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Angebotsvergleich

Kategorie: Wirtschaft

Definition

Der Angebotsvergleich ist ein Verfahren im Einkauf, bei dem mehrere Angebote verschiedener Lieferanten miteinander verglichen werden, um das wirtschaftlich und fachlich beste Angebot auszuwählen. Dabei werden sowohl quantitative (messbare) als auch qualitative (nicht direkt messbare) Kriterien berücksichtigt.

Ziele des Angebotsvergleichs

• Ermittlung des günstigsten Angebots • Auswahl eines geeigneten Lieferanten • Sicherstellung von Qualität und Zuverlässigkeit • Vermeidung unnötiger Kosten • Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens

Quantitativer Angebotsvergleich

Der quantitative Angebotsvergleich betrachtet alle zahlenmäßig erfassbaren Faktoren.

Preis pro Stück

Preis für eine einzelne Einheit des Produkts. Beispiel: Lieferant A: 10 € Lieferant B: 9,50 € → Lieferant B ist günstiger.

Bezugskosten

Zusätzliche Kosten für die Beschaffung. Beispiele: • Transportkosten • Versandkosten • Verpackungskosten • Versicherungskosten

Rabatt

Preisnachlass, der direkt vom Listenpreis abgezogen wird. Formel: Rabatt = Listenpreis × Rabattsatz

Skonto

Preisnachlass bei schneller Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist. Beispiel: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen.

Bezugskalkulation

Die Bezugskalkulation dient zur Ermittlung des tatsächlichen Bezugspreises. Schema: Listeneinkaufspreis - Rabatt = Zieleinkaufspreis - Skonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Bezugspreis

Beispiel Bezugskalkulation

Gegeben: Listenpreis: 1.000 € Rabatt: 10 % Skonto: 2 % Bezugskosten: 50 € Rechnung: Rabatt: 1.000 € × 10 % = 100 € Zieleinkaufspreis: 1.000 € - 100 € = 900 € Skonto: 900 € × 2 % = 18 € Bareinkaufspreis: 900 € - 18 € = 882 € Bezugspreis: 882 € + 50 € = 932 € Ergebnis: Der tatsächliche Bezugspreis beträgt 932 €.

Qualitativer Angebotsvergleich

Hier werden Kriterien betrachtet, die nicht direkt in Geld messbar sind. Zur Bewertung wird häufig eine Nutzwertanalyse verwendet.

Wichtige qualitative Kriterien

Support • Erreichbarkeit • Reaktionszeit • Technische Unterstützung Qualität • Materialqualität • Fehlerquote • Haltbarkeit • Verarbeitung Nachhaltigkeit / Umweltschutz / Regionalität • Umweltfreundliche Produktion • Kurze Lieferwege • Regionale Lieferanten • Nachhaltige Materialien Zuverlässigkeit • Termingerechte Lieferung • Einhaltung von Vereinbarungen • Geringe Ausfallquote Geschäftsbeziehung • Langjährige Zusammenarbeit • Vertrauen • Kulanz • Gute Kommunikation

Nutzwertanalyse

Die Nutzwertanalyse hilft dabei, qualitative Kriterien objektiver zu bewerten. Vorgehensweise: 1. Kriterien festlegen 2. Kriterien gewichten 3. Punkte vergeben 4. Gewichtung × Punkte berechnen 5. Gesamtpunktzahl vergleichen

Beispiel Nutzwertanalyse

Kriterium: Qualität Gewichtung: 40 % Lieferant A: 8 Punkte Lieferant B: 10 Punkte Kriterium: Support Gewichtung: 30 % Lieferant A: 10 Punkte Lieferant B: 7 Punkte Kriterium: Zuverlässigkeit Gewichtung: 30 % Lieferant A: 9 Punkte Lieferant B: 8 Punkte Die Gesamtpunktzahl ergibt den bevorzugten Lieferanten.

Folgen eines fehlenden Angebotsvergleichs

Mangelnde Qualität: • Kundenbeschwerden • Reklamationen • Reparaturkosten • Produktionsausfälle • Imageverlust Zu lange Lieferzeit: • Fehlverkäufe • Lieferverzögerungen • Produktionsstillstand • Unzufriedene Kunden Zu kurzes Zahlungsziel: • Liquiditätsengpässe • Schwierigkeiten bei der Rechnungsbegleichung • Höhere Finanzierungskosten • Verlust von Skontovorteilen

Typische Prüfungsfrage

Warum sollten Angebote verglichen werden? Antwort: Angebote sollten verglichen werden, um den wirtschaftlichsten und geeignetsten Lieferanten auszuwählen. Dabei werden quantitative Kriterien wie Preis, Rabatt und Bezugskosten sowie qualitative Kriterien wie Qualität, Support und Zuverlässigkeit berücksichtigt.

Merksatz

Beim Angebotsvergleich werden quantitative Kriterien mittels Bezugskalkulation und qualitative Kriterien mittels Nutzwertanalyse bewertet, um den besten Lieferanten auszuwählen. Quantitativ = Zahlen (Preis, Rabatt, Skonto, Bezugskosten) Qualitativ = Qualität, Support, Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit, Geschäftsbeziehung