USV

Kategorie: Systemintegration

Definition

Eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) ist ein Stromversorgungssystem mit Energiespeicher, das bei einem Ausfall der Stromversorgung die angeschlossenen Geräte weiterhin mit Energie versorgt. USVs schützen IT-Systeme vor Datenverlust, Systemabstürzen und Hardware-Schäden durch Stromausfälle oder Spannungsschwankungen.

Arten von USV-Systemen

Es gibt drei grundlegende USV-Typen: • VFD (Voltage Frequency Dependent) – Offline-USV • VI (Voltage Independent) – Line-Interactive-USV • VFI (Voltage Frequency Independent) – Online-USV

Offline-USV (VFD)

Bei einer Offline-USV wird der Strom im Normalbetrieb direkt vom Stromnetz an die Geräte weitergeleitet. Erst bei einem Netzausfall schaltet die USV auf Batteriebetrieb um.

Vor- und Nachteile der Offline-USV

Vorteile: ✓ Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ✓ Keine Belüftung notwendig ✓ Hohe Batterielebensdauer Nachteile: ✗ Verzerrtes Ausgangssignal ✗ Spannungsschwankungen bei Lastwechseln ✗ Relativ hohe Umschaltzeit

Anwendungsbereiche der Offline-USV

• Einzelne Computer • Arbeitsplatzrechner • Peripheriegeräte

Line-Interactive-USV (VI)

Die Line-Interactive-USV ist eine Weiterentwicklung der Offline-USV. Sie überwacht dauerhaft Ein- und Ausgangsspannungen und hält die Batterie ständig geladen. Dadurch kann sie bei Stromproblemen deutlich schneller reagieren.

Vor- und Nachteile der Line-Interactive-USV

Vorteile: ✓ Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ✓ Kurze Umschaltzeiten Nachteile: ✗ Zusätzliche Filter erforderlich ✗ Transformator für Spannungsausgleich notwendig

Anwendungsbereiche der Line-Interactive-USV

• Computer • Kleine Server-Systeme • Netzwerke • Telekommunikationsanlagen

Online-USV (VFI)

Bei einer Online-USV werden die angeschlossenen Geräte permanent über einen Wechselrichter versorgt. Der Gleichrichter versorgt gleichzeitig den Wechselrichter und lädt die Akkus. Bei einem Stromausfall übernimmt die Batterie ohne Umschaltzeit die Versorgung. Für Wartungsarbeiten besitzen Online-USVs häufig eine Bypass-Schaltung.

Vor- und Nachteile der Online-USV

Vorteile: ✓ Tatsächlich unterbrechungsfreie Stromversorgung ✓ Keine Umschaltzeit ✓ Absolut stabile Spannung und Frequenz Nachteile: ✗ Lüftung erforderlich ✗ Höhere Anschaffungskosten

Anwendungsbereiche der Online-USV

• Rechenzentren • Sensible Netzwerkserver • Kritische IT-Infrastruktur • Umgebungen mit häufigen Netzstörungen

Hot-Swap

Hot-Swap bedeutet 'heißer Tausch'. Dabei können Komponenten während des laufenden Betriebs ausgetauscht werden. Bei USV-Anlagen betrifft dies häufig den Austausch von Batterien. Nicht jede USV unterstützt Hot-Swap.

Wichtige Begriffe

Wirkleistung (W): Tatsächlich genutzte elektrische Leistung eines Verbrauchers. Scheinleistung (VA): Summe aus Wirkleistung und Blindleistung. Autonomiezeit: Zeitraum, in dem angeschlossene Geräte bei Netzausfall weiter betrieben werden können.

Berechnung der Haltedauer

Formel: Haltedauer = Batteriekapazität (kWh) / Leistung (kW) Das Ergebnis erhält man zunächst in Stunden.

Beispielaufgabe

Gegeben: Batteriekapazität: 6 kWh Leistung: 11 kW Rechnung: 6 kWh / 11 kW = 0,54 Stunden 0,54 × 60 = 32 Minuten Ergebnis: Die USV kann die Last für etwa 32 Minuten versorgen.

Verfügbarkeit einer USV

Formel: Verfügbarkeit = (Gesamtzeit - Ausfallzeit) / Gesamtzeit × 100 % Beispiel: Gesamtzeit = 8760 Stunden Ausfallzeit = 20 Stunden Verfügbarkeit = (8760 - 20) / 8760 × 100 = 99,78 %

Typische Prüfungsfrage

Frage: Welche USV-Art bietet eine echte unterbrechungsfreie Stromversorgung? Antwort: Die Online-USV (VFI), da sie die angeschlossenen Geräte permanent über den Wechselrichter versorgt und keine Umschaltzeit besitzt.

Merksatz für die Prüfung

Offline-USV = günstig, aber Umschaltzeit. Line-Interactive-USV = schneller und stabiler. Online-USV = keine Umschaltzeit und höchste Versorgungssicherheit.