Linux Grundlagen
Kategorie: Systemintegration
Definition
Linux ist ein freies und quelloffenes Betriebssystem. Genau genommen ist Linux der Kernel eines Betriebssystems. Zusammen mit Programmen, Bibliotheken und Werkzeugen entstehen daraus Linux-Distributionen wie Ubuntu, Debian oder Fedora.
Was ist ein Betriebssystem?
Ein Betriebssystem bildet die Schnittstelle zwischen Hardware und Benutzer.
Aufgaben eines Betriebssystems:
• Verwaltung von Prozessen
• Verwaltung des Arbeitsspeichers
• Dateiverwaltung
• Benutzerverwaltung
• Geräteverwaltung
• Netzwerkverwaltung
• Bereitstellung von Sicherheitsmechanismen
Was ist der Kernel?
Der Kernel ist der zentrale Bestandteil eines Betriebssystems.
Er vermittelt zwischen Hardware und Software.
Aufgaben:
• Prozessverwaltung
• Speicherverwaltung
• Treiberverwaltung
• Dateisystemverwaltung
• Netzwerkkommunikation
Linux selbst bezeichnet ursprünglich nur diesen Kernel.
Eigenschaften von Linux
• Open Source
• Kostenlos verfügbar
• Multiuser-System
• Multitaskingfähig
• Hohe Stabilität
• Hohe Sicherheit
• Sehr flexibel anpassbar
• Weit verbreitet im Serverbereich
Distributionen
Eine Linux-Distribution besteht aus dem Linux-Kernel und zusätzlicher Software.
Bekannte Distributionen:
• Ubuntu
• Debian
• Linux Mint
• Fedora
• Red Hat Enterprise Linux (RHEL)
• Rocky Linux
• AlmaLinux
• openSUSE
• Kali Linux
Multiuser-System
Linux wurde von Anfang an als Mehrbenutzersystem entwickelt.
Mehrere Benutzer können gleichzeitig auf demselben System arbeiten.
Jeder Benutzer besitzt eigene:
• Dateien
• Einstellungen
• Berechtigungen
Multitasking
Linux kann mehrere Programme gleichzeitig ausführen.
Der Kernel verteilt die Rechenzeit auf die laufenden Prozesse.
Die Shell
Die Shell ist die Kommandozeilenschnittstelle des Betriebssystems.
Sie ermöglicht die direkte Kommunikation mit dem System.
Bekannte Shells:
• Bash
• Zsh
• Fish
• Sh
Terminal
Das Terminal ist das Programm, in dem die Shell ausgeführt wird.
Hier können Befehle eingegeben und Programme gestartet werden.
Root-Benutzer
Der Benutzer 'root' besitzt uneingeschränkte Rechte auf dem System.
Root darf:
• Benutzer anlegen
• Dateien löschen
• Systemeinstellungen ändern
• Software installieren
Daher sollte Root mit Vorsicht verwendet werden.
sudo
Mit sudo können einzelne Befehle mit Administratorrechten ausgeführt werden.
Beispiel:
sudo apt update
Dies ist sicherer als dauerhaft als Root zu arbeiten.
Wichtige Linux-Befehle
pwd → aktuelles Verzeichnis anzeigen
ls → Dateien auflisten
cd → Verzeichnis wechseln
mkdir → Ordner erstellen
touch → Datei erstellen
cp → Kopieren
mv → Verschieben / Umbenennen
rm → Löschen
cat → Datei anzeigen
clear → Terminal leeren
man → Handbuch anzeigen
Pfade
Linux verwendet einen einzigen Verzeichnisbaum.
Beispiele:
/home/user
/etc
/var/log
Im Gegensatz zu Windows gibt es keine Laufwerksbuchstaben wie C: oder D:.
Absolute und relative Pfade
Absoluter Pfad:
/home/max/dokumente/datei.txt
Relativer Pfad:
dokumente/datei.txt
Absolute Pfade beginnen immer mit '/'.
Vorteile von Linux
✓ Kostenlos
✓ Hohe Stabilität
✓ Hohe Sicherheit
✓ Open Source
✓ Große Community
✓ Sehr gut für Server geeignet
Nachteile von Linux
✗ Höhere Einarbeitung notwendig
✗ Manche Windows-Programme nicht verfügbar
✗ Teilweise mehr Administrationsaufwand
Linux im Unternehmensumfeld
Linux wird häufig eingesetzt als:
• Webserver
• Datenbankserver
• DNS-Server
• DHCP-Server
• Mailserver
• Virtualisierungshost
• Containerplattform
Ein Großteil der Server im Internet läuft unter Linux.
Typische Prüfungsfrage
Frage:
Was ist Linux?
Antwort:
Linux ist ein freier und quelloffener Betriebssystemkernel. Zusammen mit zusätzlicher Software entstehen Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Debian.
Merksatz für die Prüfung
Linux ist ein freies, stabiles und sicheres Mehrbenutzer-Betriebssystem, das besonders häufig im Serverbereich eingesetzt wird.